So rechnet der Kauf-oder-Leasing-Rechner
Ein Vergleich ist nur so gut wie seine Annahmen. Deshalb legen wir hier vollständig offen, mit welchen Formeln und Voreinstellungen wir Leasing, Barkauf, Finanzierung und Gebrauchtwagen gegenüberstellen – und wo die Grenzen der Berechnung liegen.
Wertverlust & Abschreibung
Der Wertverlust ist beim Kauf der mit Abstand größte Kostenblock – und der, den Ratenrechner regelmäßig ignorieren. Wir rechnen ihn degressiv, weil ein Fahrzeug in den ersten Monaten deutlich schneller an Wert verliert als später.
- Erstes Jahr: −25 % vom Listenpreis
- Jedes Folgejahr: −12 % vom Restwert, jährlich um einen Prozentpunkt abnehmend (Minimum −6 %)
- Untergrenze: 5 % des Listenpreises – darunter fällt der Restwert nicht
- Mehrkilometer über 15.000 km/Jahr mindern den Restwert zusätzlich, proportional zum Fahrzeugwert
Beim Gebrauchtwagen rechnen wir mit einer flacheren Kurve (erstes Jahr −15 %, danach −9 %), weil der stärkste Wertverlust dort bereits stattgefunden hat. Ohne eigene Preisangabe setzen wir den Gebrauchtpreis auf 55 % des Neupreises an und kalkulieren 1,5-fache Wartungskosten.
Opportunitätskosten
Wer bar bezahlt, bindet Kapital, das sonst Rendite erwirtschaften könnte. Diese entgangene Rendite ist ein realer Kostenfaktor – auch wenn sie auf keiner Rechnung steht.
Wir berechnen sie auf das durchschnittlich gebundene Kapital, also den Mittelwert aus Kaufpreis und Restwert, nicht auf den vollen Kaufpreis. Das ist die konservativere und realistischere Variante, denn das Kapital wird über die Haltedauer schrittweise „frei".
Opportunitätskosten = ((Kaufpreis + Restwert) ÷ 2) × ((1 + Rendite)Jahre − 1)
Voreingestellt sind 5 % Marktrendite p. a.; im Experten-Modus lässt sich der Wert anpassen.
Finanzierung & Zinsen
Die Finanzierung rechnen wir als Annuitätendarlehen über den vollen Kaufpreis, mit der Haltedauer als Laufzeit. Wertverlust und laufende Kosten sind identisch zum Barkauf – der Unterschied liegt allein in der Kapitalseite.
Monatsrate = Kaufpreis × i ÷ (1 − (1 + i)−n) i = Monatszins, n = Monate
Statt Opportunitätskosten fallen hier Kreditzinsen an, denn das eigene Kapital bleibt verfügbar. Deshalb kann die Finanzierung bei niedrigem Zins günstiger sein als der Barkauf – und bei hohem Zins deutlich teurer. Voreingestellt sind 6 % effektiver Jahreszins.
Privat & Gewerbe
Für Privatpersonen zählen Bruttobeträge – kein Vorsteuerabzug, kein Betriebsausgabenabzug.
Im Gewerbe-Modus rechnen wir netto (÷ 1,19) und ziehen den steuerlichen Effekt ab; kalkuliert wird mit einem Steuersatz von 42 %. Gegengerechnet wird der geldwerte Vorteil nach der 1-%-Regelung:
geldwerter Vorteil = Bruttolistenpreis × (1 % + 0,03 % × Entfernung zur Arbeit)
Maßgeblich ist immer der Bruttolistenpreis des Neuwagens – auch bei Rabatt oder Gebrauchtkauf.
Grenzen der Berechnung
Damit klar ist, was der Rechner nicht leisten kann:
- Die Restwerte sind Modellrechnungen, keine Marktprognosen für ein konkretes Fahrzeug. Ausstattung, Farbe, Zustand und Region beeinflussen den realen Wiederverkaufswert erheblich.
- Kraftstoff-, Strom- und Steuerkosten sind nicht enthalten. Sie fallen bei allen vier Optionen ähnlich an und würden das Ergebnis kaum verschieben.
- Der Gewerbe-Modus rechnet mit einem pauschalen Steuersatz von 42 %. Ihre tatsächliche Steuerlast kann deutlich abweichen.
- Leasing-Sonderfälle wie Restwertleasing, Andienungsrecht oder Minderwertabrechnung bei Rückgabe sind nicht abgebildet.
Das Ergebnis ist eine Orientierung für die Entscheidung, keine Finanzberatung und kein verbindliches Angebot.
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